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Tips für Redestrategien gegen Hasssprüche

Neben einer gelassenen und selbstbewußten Haltung gibt es auch einige Redestrategien, die dir helfen diskriminierende oder verschwurbelte Sprüche zu kontern. 

Du fragst dich vielleicht: Wie soll ich denn widersprechen, wenn ich selber doch gar nicht soviel über das Thema weiß?

Ein paar Fakten zu kennen ist gut, aber du mußt kein Expert/in sein, um dich einmischen zu können. Klar ist Hintergrundwissen hilfreich, aber meist steckt mehr -hinter der Einstellung deines Gegenübers als schlecht informiert zu sein. Mit bloßen Fakten um sich schleudern bringt allein nicht viel. 

Hier ein paar Tips, die du immer anwenden kannst, ohne dich vorher belesen zu müssen:

Wichtig ist erstmal Themenhopping zu unterbinden: Dein Gegenüber springt ständig von einem Thema zum nächsten? Führe das Gespräch freundlich, aber bestimmt zu dem Thema zurück, bei dem ihr gestartet seid.

Auch auf Persönlicher Ebene gibt es paar gute Strategien:

  • Versuche Brücken zu bauen, knüpfe an die Perspektiven oder das Empfinden des anderen an – “Ich verstehe deinen Frust/Sorge….”
  • Vor allem, wenn dein Gegenüber emotional wird, kann es helfen taktvoll die geäußerten Gefühle anzusprechen: “Was genau ärgert dich daran?” 
  • Humor hilft, die Stimmung aufzulockern und entspannen. Sei aber Vorsicht mit Ironie! Nicht jeder versteht sie, und die möglichen Mißverständnisse können die Gesprächssituation schnell verschärfen.
  • Stell gezielte Nachfragen, welche unterschwellige Grundannahmen oder Deutungen ansprechen: Wen meinst du mit “die” ? Wie kommst du auf diesen Zusammenhang? Woher hast du diese Information? Auf diese Weise kannst du schnell Ungereimtheiten aufdecken, und auf unseriöse Quellen aufmerksam machen.
  • Setze Grenzen, wenn dir das Gespräch unangenehm wird: Weise deinen Gesprächspartner*in freundlich aber bestimmt auf die Gesprächsregeln hin, die dir wichtig sind z.B. Ausreden lassen oder beim Thema bleiben. Wenn die Stimmung zu hitzig wird, kann es helfen das Gespräch zu pausieren und später fortsetzen. Du mußt dir auch nicht alle anhören. Eine klare Grenze ist erreicht, extremen und menschenverachtenden Positionen, scheue dich nicht, ein Gespräch dann auch zu beenden, wenn dein Gegenüber jegliche moralische Leitlinien hinter sich läßt.
  • Äußerst nützlich sind auch Techniken aus der gewaltfreien Kommunikation, denn sie enthalten viele Methoden, mit denen die sich anbahnende Eskalation verhindert oder ausgebremst werden kann.

Fazit

Es ist wichtig auch im Freundes oder Familienkreis gegen Stammtischparolen, Diskriminierung und Verschwörungserzählungen auszusprechen. Dafür mußt du nicht perfekt argumentieren können. Auch wenn es am Anfang schwierig und holprig sein mag: Übung macht den Meister

Hab keine Angst vor Fehlern. Am wichtigsten, daß du dich einmischt, damit dein Gesprächspartner merkt, dass seine/ihre Postition nicht allgemein akzeptiert ist. Schaue rückblickend auf das was geklappt hat, merke dir was funktioniert hat und mach probier etwas anderes aus, wenn deine Strategie nicht funktioniert hat. Probiere aus, welche Gesprächsstrategie gut zu dir paßt.

Am wichtigsten ist aber, behalte Gelassenheit und deinen thematischen Fokus. Nur Mut, trau dich für deine Ansichten und Werte einzustehen.

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